Ausschreibung des Jugendmedienpreises Das Rote Tuch der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf

Wer ist Das Rote Tuch?

Das Rote Tuch ist der antifaschistische Jugendmedienpreis der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Preis wurde erstmals 1978 verliehen und ist mit 2.500,- Euro dotiert. Er wird vom SPD-Landesverband unterstützt.

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„Braune Erde“ – Eine Lesung mit dem Autor Daniel Höra

Ende Mai 2019 unterstützte der Verein ein weitere Lesung mit einem Preisträger des „Roten Tuches“ in einer Charlottenburger Schule:  Der Autor Daniel Höra las in der Friedensburg-Schule vor Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 aus seinem Buch „Braune Erde“. Darin geht es um ein Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, wo nach Schließung aller Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen eine rechtsradikale Gruppe nach und nach die Herrschaft im Ort übernimmt.

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Ausstellung „Susi, die Enkelin von Haus Nr.4“ – eine Führung mit der Autorin Birgitta Behr

Im Mai 2019 organisierte der Verein „Das Rote Tuch e.V. einen Besuch der Ausstellung „Susi, die Enkelin von Haus Nummer 4“ in der Villa Oppenheim. Die Autorin Birgitta Behr führte auf Einladung des Vereins durch die nach ihrem gleichnamigen Buch gestaltete Ausstellung. Zuvor zeigten Schülerinnen und Schüler eine 5. Klasse  der benachbarten Nehring-Grundschule Arbeiten, die sie im Unterricht nach Besuch der Ausstellung gefertigt hatten. Sie formulierten ihre für Elfjährige erstaunlich tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema. und stellten eindrucksvoll unter Beweis, wie schon Kinder im Grundschulalter gegenüber jeder Form von Intoleranz und Diskriminierung sensibilisiert werden können.

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Das ROTE TUCH e.V. besucht die Gedenkstätten in der Lindenstraße und der Leistikowstraße in Potsdam

Auch 2019 hat der Verein DAS ROTE TUCH e.V.  einen  Besuch von Gedenkorten, diesmal in der Lindenstraße und der Leistikowstraße in Potsdam, angeboten. Fünfundzwanzig Leute stiegen am Samstag, 6.4. 2019  um 9 Uhr am Palais am Funkturm in den vom Verein gemieteten Bus.

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„Muscha“ – eine Lesung mit Anja Tuckermann

Der Verein „Das Rote Tuch e.V.“ hat es u.a. sich zum Ziel gesetzt, dass der antifaschistische Jugendmedienpreis „Das Rote Tuch“ nicht nur alle zwei Jahre verliehen wird, sondern die Preisträgerinnen und Preisträger auch die Möglichkeit erhalten, konkret in Charlottenburg-Wilmersdorf ihre jugendliche Zielgruppe zu erreichen.  So unterstützte der Verein bereits zweimal den Schriftsteller und Pädagogen Reiner Engelmann, in der „Schule am Schloss“ aus seinen Büchern zu lesen. Im Oktober las er aus seinem jüngsten Werk „Der Buchhalter von Auschwitz“ und diskutierte mit Schülerinnen und Schülern auf hohem Niveau über die Schuld eines Mittäters im System der Vernichtungslager, der persönlich vielleicht keinen Menschen ermordet hat, aber durch sein Tun zum reibungslosen Funktionieren der Mordmaschinerie beitrug.

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„Der Buchhalter von Auschwitz“ – eine Lesung mit Reiner Engelmann

Reiner Engelmannn, Pädagoge und Schriftsteller aus Rheinland-Pfalz, hat mit Schülergruppen immer wieder KZ-Gedenkstätten besucht, um das unfassbare Geschehen auch für kommende Generationen wach zu halten. So kam er 2009 auch nach Auschwitz, und lernte bei der dortigen Führung den damals bereits 92-jährigen Wilhelm Brasse kennen, der selbst Häftling im „Stammlager Auschwitz“ war, doch als gelernter Fotograf von der SS eingesetzt wurde, um Häftlinge zu fotografieren. Engelmann hat dies in seinem Buch „Der Fotograf von Auschwitz“ dokumentiert, für das er 2015 mit dem Jugendmedienpreis „Das Rote Tuch“ der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf ausgezeichnet wurde. Auf Einladung des Fördervereins „Das Rote Tuch e.V.“ hat Engelmann 2017 hierzu eine Lesung in der „Schule am Schloss“ durchgeführt.

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Gedenkstättenfahrt zum Belower Wald

Ein in der Öffentlichkeit bislang wenig bekannter Ort des Gedenkens an die Schrecken der NS-Zeit findet sich an der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bei Wittstock. In einem Waldstück nahe dem kleinen Ort Below kesselten SS-Mannschaften im April 1945 kurz vor Kriegsende mehr als 16000 Häftlinge ein – Männer, Frauen und Kinder – die auf einem Todesmarsch vom KZ Sachsenhausen hierher getrieben wurden.

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Die Cecilien-Schule: Werkstatt für Offenheit, Toleranz und Demokratie

Der Jugendmedienpreis „Das Rote Tuch“ wird zum 30. Mal verliehen

Foto: Simon Becker

Auf einigen Stolpersteinen, die am Nikolsburger Platz an ermordete jüdische Berlinerinnen und Berliner erinnern, liegen langstielige weiße Rosen in der Märzsonne. Es sind die Stolpersteine, um die sich die Cecilien-Schule kümmert. Eine schöne Idee, mit den geschmückten Stolpersteinen einzustimmen auf den festlichen Anlass, der gleich in der Schulaula stattfinden wird.

In der Schule summt und brummt es wie in einem Bienenkorb. Unzählige Schülerinnen und Schüler schwirren aufgeregt hin und her, suchen ihre Lehrerinnen und Lehrer, ihre Eltern und Geschwister, die in großer Zahl in die Schule gekommen sind, um dabei zu sein, wenn „ihre“ Cecilien-Schule ausgezeichnet wird mit dem Roten Tuch, dem antifaschistischen Jugendmedienpreis.

Als sich der Lärm in der vollen Aula endlich legt, tritt Christian Gaebler, der Kreisvorsitzende der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf, ans Rednerpult. Es war vor genau 40 Jahren, als Mitglieder der Charlottenburger SPD die Idee eines solchen Preises in die Tat umsetzten in der Hoffnung, dass die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Gräueln junge Menschen widerstandsfähig und abwehrbereit machen würde gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.

Christian Gaebler macht mit seinen Worten deutlich, dass der Kampf gegen solche gesellschaftlichen Phänomene noch lange nicht gewonnen sei, im Gegenteil: Er weist auf das rauer gewordene Klima im Lande hin. Und er bedankt sich bei den Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement; dafür, dass die Cecilien-Schule für ein tolerantes Zusammenleben von SchülerInnen aus zahlreichen Nationen steht – ganz in der Tradition von Charlottenburg und Wilmersdorf, wo es vor der Shoa ein friedliches Miteinander jüdischer und nichtjüdischer Berliner Bürgerinnen und Bürger gab.

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann begrüßt seinerseits das große Publikum. Auch er begleitet seit vielen Jahren die Verleihung des Roten Tuches. Doch auch mit der Cecilien-Schule verbindet ihn eine gemeinsame Vergangenheit: Als Stadtrat, der unter anderem für Bildung zuständig war, leitete er den nicht ganz einfachen Prozess, aus der Hanns-Fechner- und der Cecilien-Schule ein Ganzes werden zu lassen, nämlich die erste Ganztagsschule in Wilmersdorf. Und es freut ihn festzustellen, dass nicht viele Schulen so „engagiert unterwegs sind“ wie die Cecilien-Schule, um gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit anzukämpfen. Bezogen auf die Vergangenheit betont er, wie wichtig es sei, die Opfer des Nationalsozialismus dem Vergessen zu entreißen – da ginge es um Schicksale, nicht nur um Zahlen.

In der Zwischenzeit ist vor der Bühne Bewegung entstanden – Stühle werden gerückt, Kinder packen Instrumente aus und legen Noten auf die Ständer. Die „Cecilien-Streicher“ bereiten ihren Auftritt vor. Zuerst spielen die jugendlichen Geigerinnen und Geiger eine „Entrada“, „Einmarsch des Königs“, wie der musikalische Leiter erklärt.

Nun ergreift Franziska Becker das Wort, Sprecherin der Jury des Jugendmedienpreises „Das Rote Tuch“, und entschuldigt zuallererst  den Regierenden Bürgermeister, der in letzter Minute am Kommen verhindert worden sei und weist zugleich darauf hin, dass das Rote Tuch auch von der SPD des Landes Berlin unterstützt werde.

Christian Gaebler und Reinhard Naumann haben schon deutlich gemacht, weshalb gerade die Cecilien-Schule das Rote Tuch verdient. Franziska Becker erläutert noch einmal ausführlicher, weshalb die Jury  zum ersten Mal eine Schule für preiswürdig erachtet habe. Die langjährige, vorbildliche Gedenkarbeit und das demokratische Engagement der Cecilien-Schule würden in die Öffentlichkeit hinein wirken, weit über Wilmersdorf hinaus. Sie würdigt die Schule als Absenderin einer klaren Botschaft: „Ja zu Menschlichkeit, Offenheit und Toleranz“.

Diese Gedanken greift auch Schulsenatorin Sandra Scheeres auf und dankt Schulleiterin Sarstedt, dass sie das von ihrer Vorgängerin übernommene Erbe sorgsam hüte und das weltoffenen, tolerante Profil der Schule weiterhin pflege. Sie würdigt außerdem die gute Arbeit in den Willkommensklassen und betont, wie wichtig diese für Flüchtlingskinder seien.

Der nächste Beitrag schließt den Kreis zu den Stolpersteinen auf dem Nikolsburger Platz. Karl-Heinz Otto gibt Einblick in das Stolpersteine-Projekt der Cecilien-Schule. Von den 111 Stolpersteinen, die in der näheren Umgebung der Schule verlegt sind, haben die Schülerinnen und Schüler für elf die Patenschaft übernommen. Mit verschiedenen Aktionen haben sie Spenden gesammelt, um das Geld für die Verlegung zusammenzubekommen. Und dieses Projekt hat ein weiteres hervorgebracht: Denn bei den Nachforschungen zu den ermordeten jüdischen MitbürgerInnen, für die die Stolpersteine stehen, stieß die Lehrerin Brigitta Behr auf das Schicksal von Susi und ihrer Familie. Das Schicksal dieses Mädchens berührte sie so sehr, dass sie daraus ein Buch und später einen Film macht: „Susi, die Enkelin aus dem Haus Nummer 4“.

Aus dieser Geschichte spielen nun Schülerinnen und Schüler einzelne Szenen, die vom Nazi-Terror in Deutschland berichten: ein Auftritt von Hitler, die Durchsetzung von Verboten gegen die jüdische Bevölkerung, eine Momentaufnahme aus der Reichspogromnacht, in der die SchülerInnen „Steine“ aus Stoff ins Publikum werfen. Die jungen SchauspielerInnen spielen mit einer solchen Intensität, dass die Ergriffenheit des Publikums spürbar im Raum steht.

Erleichtert darüber, dass diese Szenen heute Geschichte sind, wendet sich die Aufmerksamkeit der Anwesenden dem wichtigsten Akt des Tages zu, der Verleihung des Preises. Christian Gaebler überreicht Schulleiterin Doris Sarstedt die Preis-Skulptur, ein in Plexiglas gegossenes Rotes Tuch, zusammen mit dem Check über 2.500 Euro.

In ihrer Dankesrede erzählt Doris Sarstedt, wie sie sich gefreut habe, als sie erfuhr, dass ihre Schule mit dem Roten Tuch ausgezeichnet werden solle. Nach den so positiven Beurteilungen habe sie sich gefragt, ob die Cecilien-Schule denn wirklich eine besondere Schule sei. Ja, habe sie sich sagen müssen, die Cecilien-Schule ist eine besondere Schule. Sie glaube, dass die Schülerinnen und Schüler hier mit dem wirklichen Leben konfrontiert würden. Sie berichtet von den vielen Aktivitäten, Festen und Projekten, an denen alle zusammen mitwirken würden: kreative Lehrerinnen und Lehrer, begeisterungsfähige Schülerinnen und Schüler, und nicht zuletzt viele engagierte, weltoffene Eltern. In ihrer Rede wird das Geheimnis dieser erfolgreichen Schule offenbar: Beim Zusammenwirken von so viel positiven Kräften haben Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus einen schweren Stand.

Mit einem Klavierstück, grandios gespielt von einer ehemaligen Schülerin, werden die Gäste zu dem Empfang entlassen, den der Förderverein der Cecilien-Schule im Foyer vorbereitet hat.

Lesung mit Reiner Engelmann

 

In der „Schule am Schloss“ stellt Reiner Engelmann, Preisträger des Roten Tuchs 2015 sein Buch „Der Fotograf von Auschwitz“ vor.

2013 hatte der Schulleiter der Charlottenburger,„Schule am Schloss“ schon zu einer Lesung eines Preisträgers des ROTEN TUCHS eingeladen. Auch damals hatte der Verein DAS ROTE TUCH
e.V. die Lesung des bekannten Autors Klaus Kordon, Preisträger von 2008, organisiert und wie auch in diesem Jahr einige Bücher des Autors der Schule geschenkt.

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DAS ROTE TUCH e.V. besucht das KZ Sachsenhausen

Im Rahmen seiner Reihe „Besuche von Gedenkorten“ hatte der Verein DAS ROTE TUCH zur Führung in der Gedenkstätte und im Museum Sachsenhausen eingeladen. 25 Leute stiegen am 24. April um 9 Uhr in der Masurenallee in den vom Verein angemieteten Bus. Stadtführerin Minte erwartete uns eine Stunde später im ehemaligen KZ Sachsenhausen. Es war 1936 von Heinrich Himmler beauftragt und vom SS-Architekten Kuiper in Form eines Dreiecks entworfen worden.Als „Geometrie des totalen Terrors“ bezeichnet es heute der Leiter der Gedenkstätte, Professor Dr. Günter Morsch. Vom zentralen Turm A konnte das gesamte Gelände überwacht werden, auf dem viele tausend Menschen gefoltert, gemordet wurden – auch mehr als zehntausend sowjetische Kriegsgefangene.

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